Bartholomäuskirche Glashütten

St. Bartholomäuskirche Glashütten
Schlossstraße 7 , 95496 Glashütten

Historie

Der Ort Glashütten weist eine über 600-jährige Geschichte auf und liegt südwestlich von Bayreuth direkt am nordöstlichen Rand der Fränkischen Schweiz. Hier wurde 1617/18 laut Urkunde des Bayreuther Markgrafen die evangelisch-lutherische St. Bartholomäuskirche im damaligen Garten des Schlosses Glashütten von Heinrich-Gerhard Freiherr von Lüschwitz errichtet. Die Kirchweih wird seitdem bis auf den heutigen Tag an St. Bartholomä gehalten.

Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde das Kirchlein ausgebeutet. Der Sohn des Erbauers, Junker Gerhard von Lüschwitz, ließ sie wieder aufbauen. Von ihm stammen die leider teilweise zerstörten Butzenscheiben. Das Wappen seiner Frau mit der Jahreszahl 1657 ist erhalten geblieben.
Die Gründung des Glashüttener Friedhofs fand 1751 neben der Kirche statt. Die erste Orgel erkaufte man 1757 vom Gotteshaus in Neustädtlein.
1796/97 erfolgte ein nennenswerter Ausbau der Kirche durch Werkmeister Erhardt Gerstner aus Bayreuth: Das Türmchen kam in die Mitte, vier neue Fenster entstanden, die Kirche und der Boden beim Altar sind erhöht worden.

1922 wurde die Kirche angeregt von Pfarrer Friedrich C. Seggel durch den rühmlich bekannten Architekten Reissinger vergrößert und der heute noch stehende Turm errichtet. Die aus dem Jahre 1912/13 von Strebel in Nürnberg stammende Orgel erhielt von Steinmeyer aus Öttingen nach dem Ausbau der Kirche eine großzügige Neuaufstellung in der ersten Empore.
Die große Glocke, 1922 geweiht, musste 1942 im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden, man behalf sich mit einer Signalglocke. Erst 1954 wurde die mittlere große Glocke wieder beschafft und eingebaut. Die kleinste Glocke aus dem Jahre 1792 mit dem Namen Halleluja hat beide Weltkriege überlebt.
Zahlreiche Malereien, Inschriften und Stuckarbeiten zieren die Kirche. Hier sind die Wappen der Lüschwitzer und Wirsberger sowie die zwei Kästen an der Wand von Förster Schöntag zur Erinnerung an die Hungersnot 1816/17 besonders zu erwähnen. Die Mehrzahl der Bilder stammt von dem Kunstmaler Dreher aus Würzburg, die Stuckarbeiten von Weißbrodt aus Bayreuth.

Dekan Lippert hatte die Kirche nach dem Ausbau in den zwanziger Jahren immer eine Puppenkiste genannt, die nicht schöner und zweckmäßiger hätte sein können.

Ein Besuch lohnt sich!

Erstellt nach Aufzeichnungen von Pfarrer Friedrich C. Seggel